Indigene Hebammen zwischen Tradition und Moderne

Indigene Hebammen zwischen Tradition und Moderne

Gemeinsam mit dem Spielboden und dem Frauenmuseum zeigten wir am 8. Oktober das preisgekrönte Anden-Drama „La Hija Cóndor“, im Anschluss sprach IG Mitglied Anka Dür über ihre Erfahrungen mit einer Familie aus traditionellen Maya-Hebammen in Guatemala

08.09.2026, 19.30 Uhr, Spielboden Dornbirn

Kooperation zwischen Spielboden Dornbirn, Frauenmuseum Hittisau und IG Geburtskultur a-z

www.spielboden.at

Ein intimer Blick auf Tradition, Geburt und Moderne
In seinem visuell beeindruckende und vielfach ausgezeichnete Drama „La Hija Cóndor“ (The Condor Daughter) erzählt der bolivianischen Regisseur Álvaro Olmos Torrico„La Hija Cóndor“ die berührende Geschichte der jungen Clara in einer abgelegenen Quechua-Gemeinde in den bolivianischen Anden. Aufgewachsen bei ihrer Adoptivmutter Ana, einer tief in der Gemeinschaft verwurzelten Hebamme, soll Clara in die Fußstapfen ihrer Mutter treten und die Jahrhunderte alten, fast heiligen Geburtstraditionen und -gesänge weiterführen. Doch Clara zieht es in die Moderne – sie träumt von einer Karriere als Sängerin in der Großstadt. Regisseur Torrico fängt diesen generationenübergreifenden Konflikt zwischen dem Erhalt indigener Kosmovisionen und dem Aufbruch in eine neue Welt in meditativen, bildgewaltigen Szenen ein.

    Expertinnengespräch im Anschluss
    Beim Gespräch mit Anka Dür im Abschluss wurde das Thema des Films – die Schnittstelle zwischen traditioneller Geburtshilfe und gesellschaftlichem Wandel - für ein anderes Land in Lateinamerika bestätigt. Auch in Guatemala ist die Dramatik der indigenen ländlichen Bevölkerung, dass ihre Traditionen und Wissen zunehmend in Vergessenheit und Misskredit geraten. Anka Dür ist in dem armen, von Korruption und Misswirtschaft durchtränkten Land, mit einer traditionellen Heiler- und Hebammenfamilie befreundet, die in einem kleinen Dorf in den Bergen mit circa 1000 Einwohner:innen leben. Sie berichtete, dass - genau wie im Film - diese Familie damit kämpft, dass die Frauen zum Gebären in die Stadt gehen, weil sie dafür Geld vom Staat bekommen.

    Anka Dür, selber Hebamme, aber auch Architektin, baut gerade ein modernes Gesundheitszentrum für die Familie Zapata. Ihr Projekt "Casa Tortuga" orientiert sich am Krafttier Schildkröte und an der Kosmovision der Maya Kultur, es will mit seiner modernen Architektur und dem Baumaterial Lehm den zeitgemäßen Rahmen für uraltes Wissen geben. Mit ihren persönlichen Einblicken schuf Anka anschaulich eine Brücke von der Kinoleinwand hin zu realen, indigenen Geburtskulturen Lateinamerikas.

      Veranstaltungsdetails:

      • Datum: Donnerstag, 8. Oktober 2026

      • Uhrzeit: 19:30 Uhr

      • Ort: Spielboden Dornbirn, Färbergasse 15, 6850 Dornbirn

      • Partner:innen: Spielboden Dornbirn, IG Geburtskultur A – Z, Frauenmuseum Hittisau

      • Programm: Filmvorführung „La Hija Cóndor“ (OmU), gefolgt von einem Gespräch mit Anka Dür

      Die Nanas der Familie Zavala aus Guatemala, Vertreterinnen der traditionellen Maya-Medizin und Geburtshilfe, Foto © Anka Dür

      Infos zum Projekt Casa Tortuga unter https://t.me/+onYaYgVkTz0xZGMy